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Grundlagen unserer Arbeit

Die Aufgaben von Kindertagestätten


Bildung, Erziehung und Betreuung sind Aufgaben jeder Kindertagesstätte.

Es gibt Gesetze, die diese Aufgaben und den organisatorischen Rahmen allgemein beschreiben. Im Januar 2005 hat das Land Niedersachsen einen Plan verabschiedet, der als Grundlage für die Arbeit in Kindertagesstätten dienen soll. Er heißt: "Orientierungsplan für Bildung und Erziehung im Elementarbereich niedersächsischer Tageseinrichtungen für Kinder". Dieser Plan ist eine Empfehlung. Die konkrete inhaltliche Gestaltung der praktischen Arbeit in Kindertagestätten bleibt Sache jeden Trägers.

Wie sehen wir diese Aufgaben?

Bildung

Alle Kinder haben ein Recht auf Bildung von Anfang an! Nie wieder lernen Menschen so viel und so schnell wie in den ersten Lebensjahren!

Kinder werden mit einer hohen Motivation zum Lernen geboren. Sie lernen um die Welt immer besser verstehen zu können, sammeln Wissen und Kenntnisse und erwerben viele Fähigkeiten. Sie lernen aktiv, neugierig, systematisch, konzentriert und in ihrem eigenen Tempo - voller Bewegungsfreude und mit allen Sinnen. Jeder Bildungsprozess ist einzigartig!

Von Beginn seines Lebens an ist das Kind ein soziales Wesen. Es kommuniziert mit den Menschen, die es umgeben und hantiert mit Dingen, die ihm zur Verfügung stehen. Das Kind ist auf soziale und emotionale Beziehungen angewiesen. Es strebt danach seine Potentiale voll auszuschöpfen und seinen Erfahrungsschatz ständig zu erweitern.

Somit ist Bildung ein Prozess, der mit der Geburt beginnt, ein Leben andauert und eine eigene Leistung des Kindes ist.

Erziehung und Betreuung

Wir haben die Verantwortung dafür, Kinder in allen Bereichen, die für ihre Entwicklung wichtig sind, zu unterstützen und ihnen gezielte Anregungen zu geben.

Bildungsprozesse, die gelingen, setzen das soziale Miteinander mit Anderen voraus: die Kooperation zwischen Kindern - den Dialog mit Erwachsenen, der aufmerksam und achtsam ist - eine emotionale, tragende und sichere Beziehung zwischen Kind und Erwachsenem.

Deshalb hat das pädagogische Fachpersonal in den Kindertagesstätten die Aufgabe die Räume und die Ausstattung mit Materialien so zu gestalten, dass diese die Kinder optimal fördern und ihnen interessante, vielfältige und abwechslungsreiche Aktivitäten erlauben.

Ein weiterer wesentlicher Aspekt für die professionelle Bildungsarbeit mit Kindern ist die Art und Weise, in der mit ihnen kommuniziert wird. Eine gute Kommunikation zwischen pädagogischem Fachpersonal und Kindern ist der Dialog. Wodurch zeichnet er sich aus? Durch das Zuhören, das Sprechen auf gleicher Augenhöhe, das Fragen, das gemeinsame Suchen nach Antworten, Offenheit, das Interesse für die Anliegen von Kindern, die Fähigkeit sich in Kinder hineinzuversetzen. Das "dialogische Prinzip" ist somit Grundlage jeder Bildung und eine anspruchsvolle Aufgabe für das pädagogische Fachpersonal.

Qualitätsentwicklung

Im April 2003 hat der Kinderhaus e.V. einen Prozess der Qualitätsentwicklung gestartet, an dem alle pädagogischen Fachkräfte beteiligt sind.

Qualitätsentwicklung meint: Beschreibung, Sicherung und Weiterentwicklung der pädagogischen Arbeit in Kindertagesstätten.

Das Thema, mit dem wir uns auseinandersetzen, heißt: "Bildungsprozesse von Kindern - Begleitung und Förderung in Einrichtungen des Kinderhaus e.V."

Im Zuge unserer gemeinsamen Arbeit an diesem großen Thema haben wir wesentliche Kernaussagen formuliert und inhaltliche Merkmale, die dazu gehören. Diese betreffen die "Zusammenarbeit mit Familien, das pädagogische Handeln, die Bindungsbeziehungen zum Kind und die fachliche Auseinandersetzung".

Jedes Team entwickelt zu diesen Aussagen und seinen Merkmalen Ziele, die es in die Praxis umsetzen wird. Die Ziele werden mit dem Träger verbindlich vereinbart. Ausgangspunkt ist die Frage: Was tun wir wie? Im zweiten Schritt werden Ziele formuliert: Was wollen wir erreichen? Daran schließen sich Überlegungen an mit der Frage: Was müssen wir konkret tun, welche Maßnahmen müssen wir ergreifen, um unsere Ziele zu verfolgen? Abschließend wird überprüft, ob diese erreicht wurden.
Einige Beispiele:

  • "Wir werden bis zum 22.07.06 verschiedene Möglichkeiten der Dokumentation und Präsentation von Aktivitäten der Kinder ausprobieren und auswerten."
  • "Wir werden bis 30.06.06 aus unserem Malbereich einen Kreativbereich gestalten und dazu einen großen Fundus an Materialien zur freien Verfügung anschaffen."
  • "Wir werden bis zum 15.07.04 einen Experimentierbereich zusammen mit Kindern und Eltern eingerichtet haben, den die Kinder zum freien Experimentieren, für angeleitete Experimente und für Versuche nutzen können".

Der Sinn dieser systematischen Qualitätsentwicklung liegt darin, "nachhaltige" Veränderungen in der pädagogischen Praxis zu bewirken mit dem Ziel Kinder so gut wie möglich in ihren Bildungsbemühungen zu unterstützen und zu fördern.