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Reisebericht Swaziland Juni 2013

Wieder mal zurück aus dem Urlaub in Südafrika, möchte ich von meinem inzwischen obligaten Besuch in Swaziland erzählen. Mein diesjähriges Anliegen war, die mittlerweile gebauten Küchenräumlichkeiten zu besichtigen und vor allem nutzungsbereit zu machen. So kauften wir:

  • 1 KüchentischKüchentisch mit Einkäufen
  • 1 große, gefüllte Propangasflasche mit Kochaufsatz (ausreichend für 6 Monate)
  • Töpfe
  • Teller/Schälchen
  • Löffel
  • Becher
  • Schüsseln
  • Kannen
  • Kellen
  • Eimer
  • Schneidebretter

Mehr konnten wir uns in diesem Jahr nicht leisten, denn ich brauchte auch noch Geld für die Neueindeckung des pre – school - Dachsl. Immerhin kann jetzt für unsere 34 Kinder gekocht werden, und die größte Gefahr des Dacheinsturzes ist gebannt. Allerdings hat uns der Raum für die 8 Krippenkinder entsetzt, man macht sich keine Vorstellung davon, wo die Kinder betreut werden. Unglaublich und eigentlich unmöglich. Da gibt es also noch einiges zu tun.
Mehr Spaß als der umständliche Einkauf hat uns die Umsetzung eines besonders schönen Tages mit den Kindern im Mlilwane – Gamepark (in dem wir regelmäßig wohnen) gemacht.
Von Deutschland aus hatte ich schon zwei Busse gebucht und auch ein Mittagessen für alle im Restaurant incl. der Eintrittspreise für den Gamepark bezahlt. So reisten 34 Kinder eines Vormittags, begleitet von 4 Erzieherinnen, an und begrüßten meine Freundin und mich wie alte Bekannte. Nach der Pinkelpause fingen die Kinder an zu singen und zu tanzen, sehr zum Entzücken der anderen Besucher des Camps, die mit bereiter Kamera das Treiben beobachteten. Kind beim Essen

Dann begann das große Festessen. Die Kinder setzten sich vorbildlich an den gedeckten Tisch, und wir Großen verteilten das Essen und die Getränke. Ich weiß ja nicht, was die Erzieherinnen vorher mit den Kindern besprochen haben, aber nach anstrengenden Kämpfen mit Messer und Gabel waren die Kinder sehr erleichtert, als ich ihnen erklärte, dass man Hähnchenschenkel durchaus in die Hand nehmen darf!

Ein Kind isstRatzfatz waren die Teller leer, bis auf die von zwei Kindern, die vor lauter Aufregung gar nicht essen konnten. Aber es gab dankbare Abnehmer für eine zweite Portion. Auch die Erzieherinnen und die beiden Busfahrer haben das Essen genossen: „Was für ein Tag! Wir haben am Tisch gesessen und mit Messern und Gabeln gegessen! Das wird unvergesslich bleiben!“ Beim Abwischen der kleinen Münder und Hände stellten wir fest, dass die Kinder die Restknochen ihres Hähnchenbeins krampfhaft festhielten. Wir ließen sie ihnen dann auch, denn im Laufe des Tages haben sie auch die weggeknabbert.

Anschließend durften die Kinder mit einem Guide eine Rundfahrt durch den Park machen und entdeckten Zebras, Warzenschweine, Impalas, Nyalas und Blessböcke. In der Zwischenzeit besprach ich mit den Erzieherinnen den weiteren Tagesverlauf und verteilte die mitgebrachten Geschenke, Spielsachen für die Kindergruppe und die Briefe für 14 PatenkinKinder mit einem Puppenwagender. Nachdem die Kinder wieder da waren, sollten sie einen Schatz suchen und finden. Wir hatten eine große Tüte mit Puppen und Puppenwagen und Drachen versteckt, die mit großer Aufregung in Empfang genommen wurden. Das Drachensteigenlassen war das Beste, und einige Mädchen und auch Jungen begeisterten sich besonders für den Puppenwagen mit Puppe.

Verschwitzt und ausgepowert bekamen alle dann Äpfel, Möhren und Saft. Jetzt wurden die Kinder geschminkt und ihnen im Spiegel ihr Gesicht gezeigt. Viele hatten sich offensichtlich noch nie im Spiegel betrachtet, denn sie waren wie versteinert. Auch versuchten wir den Kindern bunte Haarsträhnen in ihre Haare zu clippen, was bei der Kürze ihrer Frisuren oft ein Unding war (schlecht überlegt!). Geschminktes KindSo bekamen sie sie dann am Pulli befestigt. Auch die Erzieherinnen legten Wert auf so eine Strähne! Beim Tun bemerkten wir gar nicht, dass viele Kinder verschwunden waren. Auf der Suche nach ihnen entdeckten wir sie in den Waschräumen und den Toiletten. Ihr größtes Vergnügen bestand an diesem Nachmittag offenbar darin, die Toilettenspülung zu betätigen und sich mit fließendem Wasser die Gesichter vorm Spiegel zu waschen! Wer hätte das gedacht!!!

Zum Abschluss spielten wir alle gemeinsam „Topfschlagen“ mit Süßigkeiten unter dem Topf, was allen sehr viel Spaß machte. Zum Abschied sangen uns die Erzieherinnen ein Lied, was uns sehr berührte und ein besonders schöner Tag war zu Ende. Fast! Denn am Abend in der Dunkelheit besuchte uns ein männliches Nyala, das die im Gras verteilten Möhrenreste verschlungen hatte und ko… sie uns vor die Füße! IiiihEin Hörnertier in der Nachtaufnahme

Am letzten Tag unseres Aufenthalts in eSitjeni besuchten wir noch die Schulleiterin der Primary School, die Dorfchefin Nkosikathi und die Nähstube. Wir brachten Gastgeschenke und begutachteten die genähten Auftragsarbeiten der Mädels in der Nähstube. Für diesen Besuch hatte ich darum gebeten, Kinderkleider und Topflappen zu nähen, die wir mit nach Deutschland nahmen, um sie hier zu verkaufen (einiges ist schon weg!).
Somit war unsere Zeit schon um, und mit dem Versprechen, Ostern wieder zu kommen, verabschiedeten wir uns.
Besonders schockiert war ich über die Lebensumstände der „Familie“ des Patenkindes meines Sohnes. Das ist hier einfach nicht zu beschreiben, denn niemand könnte sich ein Bild davon machen!

Besonders gefreut habe ich mich über das Entgegenkommen der Campmanagerin, die den Aufenhalt der Kinder im Camp erst möglich machte und über die freundliche Unterstützung der Angestellten in Mlilwane. Einige der jungen Leute dort, die jetzt als Bedienung im Camp arbeiten, erkannten ihre ehemaligen Erzieherinnen aus dem Dorf wieder, und wir waren sehr willkommen. Danke!

Ein kleines ÄffchenEnde des Jahres wird es einen Film über unseren Besuch in Swaziland geben, meine Freundin sitzt schon daran. Bei Interesse meldet Euch einfach, ich werde ihn Euch gerne zeigen.

Renate Wenghöfer